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Thema: Störungen durch Potentialausgleich

  1. #1
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    Standard Störungen durch Potentialausgleich

    Moin!
    Heute Nachmittag habe ich wegen anstehender Baumassnahmen das Verbindungskabel zum Potentialausgleich vom Antennenmast zum Gebäude abgeklemmt und entfernt.
    Das qrn ist darauf um 2 S-Stufen auf ca. S 3 gesunken.
    Der Mast ist weiterhin mit einem eingeschlagenenem Erdungsspiess geerdet, und befindet sich seit ca. 30 Jahren in einem Betonfundament. Das hat damals der vorherige Eigner des Anwesens machen lassen.
    Inwieweit es mit dem Erdwiderstand aussieht ist mir nicht bekannt.

    Hat jemand ähnliche Erfahrungen in Bezug auf Störungen gemacht, welche durch den Potentialausgleich "eingeschleppt" wurden?

    Danke für Eure Antworten!

    73-Bernhard.

  2. #2
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    Hallo Bernhard,

    wennich die richtig verstehe, hast du zwei Erdungspunkte - Den "Erdungsspieß" am Mast und den "Erder" des Gebäudes..?
    Ohne Messung wirst du nicht groß weiter kommen! - Und Ferndiagnosen sind immer mit Vorsicht zu betrachten..

    Ich vermute mal, dass du unterschiedliche Erdpotentiale zwischen den Erdern hast, wodurch über die Masse Störungen eingeschliffen werden.
    Wenn du die Potentielverbindung zwischen beiden Erdpunkten löst, kann dies zu dem von dir beschriebenen Phänomen kommen - Aber auch kritisch für die Funktechnik werden!
    Falls deine Funkttechnik an der Gebäudeerdung hängt und die Antenne am "Erdspieß" ist die Trennung u.U. gefährlich, da diese nun über die Funktechnik "hergestellt" wird und enorme Ströme fließen können. Diese Erdpotentialdifferenzen führen in der EDV-Technik häufig zu großen Problemen und Technikausfällen. Ich hatte schon komplett ausgebrannte Datendose und verschmorte Leitung die aus diese Ursache zurückzuführen waren.

    Hast wahrscheinlich nur eine Möglichkeit:
    Einen DC- und HF-niederohmigen Potentialausgleich mit mind. 50mm² (flexible Leitung oder besser mehrere kleinere parallel) zwischen beiden Erdern.
    Und die Funktechnik vollständig auf den Antennenerdspieß legen. Dabei sicherstellen, das das Netzgerät der Funktechnik keine Masseverbindung zum Stromnetz hat und ausschließlich über die Antenne geerdet ist!

    Viel Erfolg
    73 - Michael

  3. #3
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    Hallo Michael,
    danke für Deine Erläuterungen!
    An dem Antennenmast aus verzinktem Stahlrohr wurde damals neben dem Betonklotz ein sog. "Tiefenerder" aus mehreren Segmenten eingeschlagen.
    Als dann der Blitzschutz auf das Haus kam, hat die ausführende Firma ein Erdkabel - NYY 1×16qmm - verlegt. Dieses hat die Potentialausgleichsschiene mit dem Erder am Mast verbunden.
    Da das Kabel nicht sehr tief lag, musste es wegen anstehender Pflasterarbeiten erst mal weg.
    Ich komme selbst aus der Elektrobranche, habe mich aber bei einer Fachfirma schlau gemacht. Der Querschnitt von 16 qmm würde der entsprechenden VDE-Vorschrift nach ausreichen.
    Da die Erdung nur über den Mantel des Koaxkabels nicht ausreicht, wird das Erdkabel auch wieder neu verlegt, nach Abschluss der Arbeiten.
    Für mich war es nur erstaunlich, wie viel qrn über das Stromnetz eingeschleppt wird. Die Stromversorgung erfolgt übrigens über Erdkabel 4×25 qmm.
    Es ist hier eine lockere Bebauung vorhanden, mit reichlich Zwischenräumen zu den Nachbargebäuden vorhanden.
    Hier ist übrigens ein Fundamenterder vorhanden, der auch auf den Pot.-Ausgleich geht, ebenso wie der Blitzableiter.

    Wenn hier alles fertig und wieder angeschlossen ist, werde ich mal versuchen zu ermitteln, wo die Störungen herkommen. Also mal nacheinander diverse Verbindungen temporär auftrennen.

    Meiner Ansicht nach müssten doch einige OM ähnliche Probleme haben.

    73-Bernhard.

  4. #4
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    Hi Bernhard,

    Es geht nicht nur um QRM, sondern auch um richtige Ausgleichsstöme die da "wetterabhängig" fließen können.
    Du musst auch beachten, dass der Erdwiderstand im Jahresverlauf stakt variieren kann!

    Mit den 16mm² nach VDE hast du schon recht, aber dieser kommt ursprünglich aus der Blitzschutztechnik und ist vom Stahldraht/-band einfach auf Kupfer (16mm²) und Aluminium (25mm²) umgerechnet worden. Hinsichtlich HF hat ein NYY-J 1x16 jedoch einen sehr sehr hohen Widerstand. - Deshalb "Ersatzweise" dazu eine HF-Niederohmige Verbindung.
    Ich hatte schon öfter solche Probleme und diese mit alten Kranleitung (Gummi-Flachleitung 7x4mm²), 2 Leitungen parallel nebeneinander verlegt, gute Abhilfe erreicht. Diese Leitungen fallen bei uns in der Firma als längere Rest öfter an..
    Wie die Verbindung ausgeführt ist schreibt die VDE übrigens nicht vor. Nur die jeweiligen Querschnitte..

    Die verschmorte Netzwerkleitung hatten wir übrigens mehrmals, immer im Spätsommer. Hat bisschen gedauert, bis wir auf die Ursache gekommen sind (war quasi auf er gesamten Länge der Außenmantel verschmort). Seit 5 Jahren liegt parallel dazu eine alte YR16x0,8 Sprechanlagenleitung, die an den Enden einfach, alle Adern parallel, auf die jeweiligen Patchfeldrahmen angeschlossen wurde. Seit dem ist nichts mehr passiert.. Woher der Erdausgleichsstrom kommt konnten wir trotz Langzeitmessung nicht ermitteln. Hatte eine größere Bandbreite und erreichte kurzzeitig über 50A (war das Messbereichsende!)

    Wenn ich etwas gelernt hab, dann dass Erdausgleichsströme sehr hoch und unberechenbar auftreten!

    73 Michael

  5. #5
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    Hallo Michael!

    Dies scheint wohl ein etwas komplexeres Thema zu sein.
    In der Funktechnik, bzw. Antennentechnik wird auch vom "Erdwiderstand" und dem "Erdübergangswiderstand" gesprochen. Beide definieren sich etwas anders.

    An dieser SO-Hanglage hier gibt es von einem Berg her etliche Quellen, die z.T. im Stadtgebiet in Tiefbrunnen "gefasst" sind. Dies schon über 60 Jahre lang.
    Vermutlich wird die "Wassersituation" auch bei diesem Erdwiderstand eine Rolle spielen.

    Wenn die Pflasterarbeiten beendet sind, werde ich das NYY wieder an den Erder am Mast anschliessen, bzw. zuvor mal Messungen durchführen. Dazu werde ich mir ein spezielles Messgerät leihen, welches während meiner Ausbildung damals als "Kurbelinduktor" bezeichnet wurde. Heutige Geräte haben keine Kurbel mehr... .
    Mal sehen, was dabei herauskommt.

    Ob die ganze Sache mit der qrn/qrm-Lage zu tun hat halte ich eher für fraglich. Denn nach Auftrennen der Verbindung zum Erder am Mast ist der Pegel ja gefallen. Daher vermute ich unterschiedliche Erdwiderstände von Fundamenterder und Masterder.

    73-Bernhard.

  6. #6
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    Hallo Michael!
    Nachdem hier "unterirdisch" alles erledigt ist, und ich diverse Messungen durchgeführt habe, möchte ich Dir berichten:

    Die Störungen kamen vom Regler einer Solaranlage vom Grundstück unterhalb am Hang.

    Nach Auftrennen aller möglichen Verbindungen haben wir festgestellt, dass das Störpotenzial über den Blitzschutz 'reinkommt.

    Nach Sichtung der Übergangsstellen vom Blitzschutz zum Fundamenterder sah man es "erblühen"... verkupferte Schrauben wurden verwendet.

    Das Ganze deckt sich zwar nicht mit den gemachten Erfahrungen hinsichtlich qrm und Auftrennen, aber es ist nun einmal so.

    Nach Auswechslung der Trennstellen des Blitzschutzes ist die qrm-Lage wieder im erträglichen Bereich, bedeutet im CB-Bereich aktuell S 2.

    73-Bernhard.

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