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Thema: Von Anhöhe zu Anhöhe gehts besonders gut.

  1. #1
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    12

    Standard Von Anhöhe zu Anhöhe gehts besonders gut.



    Hier drei Fragen und mein Erfahrungsbericht:
    An die PMR Funk User unter Euch:
    1. Was waren eure bislang weitesten Verbindungen? Und:
    2. Mit welchen Geräten sind sie gelungen?
    3. An welchen Orten?

    Ich hatte schon längere Zeit den Wunsch, verschiedene Geräte über eine größere Distanz zu testen, und am Samstag war das endlich möglich. Freunde von mir stehen in Steindorf (bei Wetzlar) an der Schule oben, dort gibt es eine Stelle von der aus die Burgruine Gleiberg gut sichtbar ist, Nähe Gießen. https://burg-gleiberg.de
    Ich selbst fahre zur Burgruine und steige die vielen Treppen rauf zum Aussichtsturm. Eine echte sportliche Herausforderung, wenn Du oben ankommst, hast Du Deine Kraftübungen für diesen Tag in aller Form abgeleistet.... Man hat dort einen feinen Panoramablick ins Umland, und die Namen der einzelnen Orte, die man sehen kann, sind auf der Aussichtsmauer des Turm angeschrieben in kleinen eingelassenen Metalltafeln.
    Es ist kurz nach 12, super Wetter, etwas diesig. Zunächst nehme ich per Handy Verbindung auf zu meinen Freunden. Dann kann es losgehen. Wir starten mit dem Midland G9 mit voll aufgeladenen Akkus, ich erwarte eigentlich ein dünnes, verrauschtes Signal, die Stimme kommt aber klar und deutlich rüber, als stünde meine Gesprächspartnerin wenige km von mir entfernt, immerhin überbrücken wir da grade eine Distanz von von gut und gerne 16 km.
    Der nächste Testkandidat ist ein Motorola XTN 446, das die 16 km sehr gut und in gewohnt angenehmer Tonqualität meistert.
    Das Motorola T6222, mit dem ich bereits in der Lübecker Bucht 10 km von Seebrücke zu Seebrücke geschafft habe, ist ein winziges knubbeliges, aber hochwertiges Walkie. Als Testgerät Nr. 3 nimmt es die 16 km Funkstrecke mit Bravour. Meine Freunde stellen sofort fest: Bestes Gerät bislang.
    Dann wechseln wir zum Motorola T7, einem schlanken Funkgerät, das mit AAA Zellen gespeist wird. Obwohl der Hersteller eine hohe Reichweite verspricht, kommt eine befriedigende Verbindung nicht zustande. Den Versuch brechen wir schließlich aus diesem Grund ab. Auch ein Kanalwechsel bringt nichts.
    Wir wählen das Midland G7, die Modulation ist etwas dunkler von der Klangcharakteristik her, als bei den anderen Geräten, die Verbindung klappt aber einwandfrei bei leichtem Rauschen im Background. Habe ich erwartet. Mit dem G7 habe ich bei anderer Gelegenheit gut 8 km hinbekommen, obwohl Bäume im Weg waren. Distanz Wetzlar Dalheim Schloss Braunfels.
    Dann kommen zwei Team Geräte ins Spiel. Ein Tecom Duo, bei dem ich aber nur den PMR Teil getestet habe: Überragend guter Empfang und schöne Modulation. Als Gegenstation dient das T6222. Gleich im Anschluss daran setze ich das Tecom PS PMR ein: Klar und gut verständlich. Etwas schwächer im Signal im Vergleich mit dem Tecom Duo.
    Dann gehen wir über zu einem Albrecht tectalk pro xl, ein sehr hochwertiges Gerät, mit Alu Druckgussgehäuse. Sehr präsent und gut verständlich über 16 km Entfernung.
    Inzwischen werde ich übermütig. Ich fische ein kleines gelbes Floureon PMR des Typs XF 388 aus meiner Gerätetasche und sagte meinen Freunden: Spaßeshalber kommt jetzt mal was ganz Kleines. (Man bekommt diese Teile als Kinderspielzeuge für unter 10 Euro) Die Chinesen haben bei der Fertigung allerdings gute Arbeit geleistet.
    Ich muss erstaunt zur Kenntnis nehmen, dass das XF 388 mit seinem kleinen Antennenstummel eine brauchbare Verbindung zum T6222 herstellen kann über 16 km.
    Dadurch ermutigt nehme ich noch zwei weitere kleine Walkies in den Test, Kinderspielzeuge von Tchibo, die als 4er Sets angeboten worden sind. Beide Tchibos überbrückten die grosse Distanz erfolgreich, meine Freunde nutzten inzwischen wieder als Gegenstation das T6222. Unglaublich, wie klar ich sie hören kann auch über diese kleinen Spielzeuge.
    Ein Midland 456 und ein Motorola XTR 446, und ein Audioline PMR 40 haben ebenfalls keine Probleme mit der genannten Distanz. Gegenstation bleibt bis zuletzt das T6222.
    Ein schönes Erlebnis. Fazit: Aus einiger Höhe läßt es sich gut funken. Selbst PMR Spielzeuge wachsen bei solchen Umständen in Verbindung mit einem guten Gerät weit über ihre normalen Möglichkeiten hinaus. Unten im normalen "freien Feld" sind diese Ergebnisse nicht reproduzierbar. Das Geheimnis der guten Funkwellenausbreitung im hohen und freien Raum ist das Fehlen von Hindernissen und Widerständen. Selbst kleine Sender mit schwachen kurzen Antennen kriegen hier Oberwasser. Teure Funkgeräte scheinen plötzlich auf einer qualitativ ähnlichen Ebene zu sein mit Spielzeug PMRs. Das täuscht allerdings. Es ist nur in hohen, freien Räumen so. Unten auf der Erde - auch im freien Feld - sind Geräte mit besseren Antennen und besserer Elektronik in der Regel den kleineren Walkies überlegen. Man kann hier auch verstehen, dass 10 mW LPD oben in der Luft kilometerweit funktionieren.
    Ich habe öfter gelesen, dass Leute Verbindungen über 30, 40, 70 oder noch mehr km von Berg zu Berg hinbekommen haben. Ich halte es inzwischen - nach dem geschilderten eigenen Experiment - für sehr viel wahrscheinlicher, dass das tatsächlich geht.
    Mein persönlicher Favorit ist das T6222 von Motorola. Es ist reisetauglich, hat einen empfindlichen Empfänger und eine gute Modulation, die auch bei hohen Distanzen noch gut verstehbar ist. Bin ab jetzt auf der Suche nach Funkstrecken, die so über 25 bis 35 km oder noch weiter gehen.
    Hat jemand Vorschläge? Kennt jemand Aussichtspunkte, möglichst in Hessen, die diese Distanzen bieten? Das wäre super. Gruß, RD

  2. #2
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    Standard

    Zitat Zitat von wiedema Beitrag anzeigen
    Hier drei Fragen und mein Erfahrungsbericht:
    An die PMR Funk User unter Euch:
    1. Was waren eure bislang weitesten Verbindungen? Und:
    2. Mit welchen Geräten sind sie gelungen?
    3. An welchen Orten?
    Ich hatte schon längere Zeit den Wunsch, verschiedene Geräte über eine größere Distanz zu testen ...

    Hm, irgendwie kommt mir das jetzt ähnlich vor wie bei Testfahrten von Fahrzeugen - Höchstleistungen unter idealen Bedingungen die im Normalfall selten vorkommen. Was bringen mir Werte von einem Testfahrzeug auf einer abgesperrten, ebenen, km langen Geraden, unter idealen Temperaturbedingungen, mit besonders leichten Felgen/Reifen die womöglich noch aerodynamisch verkleidet sind, so wie einige andere Stellen am Fahrzeug und auch sonst noch ein paar "Kleinigkeiten" nur um dann mit schönen Zahlenwerten protzen zu können wie z.B. das Fahrzeug schafft 407,5 km/h ...


    Viel praktischer wären doch Tests unter "Alltagsbedingungen" wie sie bei den meisten auch regelmäßig vorkommen.

    So habe ich schon einige PMR Geräte zuhause getestet - im Dorf, dichte Bebauung, das Sende PMR immer im gleichen Raum vor einem Radio auf dem Tisch und dann gehe ich jeweils die gleiche Strecke mit dem Empfänger PMR ab und höre wann es anfängt zu rauschen, bzw. wann es abbricht.
    Und aus diesen Erfahrungen heraus kann ich nur sagen im Dorf unter normalen Bedingungen erreichen meine 20 Jahre alten Supermarkt PMR die fast gleiche (geringe) Reichweite wie moderne Stabo, Retevis, Baofeng ...
    Tour & Kolonnenfahrer mit PMR Stabo FC-650 und baugleichen AEG Voxtel R320 / Brondi FX332 / Binatone Action 1100 (alle mit Kanal 9) und seit kurzem die Retevis RT45

  3. #3
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    Standard hallo lieber professor,

    als akademisch geschulter mensch, der sie - so hoffe ich - wirklich sind, ist es ihnen sehr wahrscheinlich ein anliegen, ganz unterschiedliche aspekte beim pmr funken im blick zu behalten. alle regen geister, die die menschheit weiter gebracht haben, sind diesen prinzipien gefolgt. das ermöglicht ja letztlich eine gewisse weite beim denken und bei den erkenntnissen und erfahrungen. dass sie bei ihren tests und versuchen andere prioritäten setzen halte ich für richtig. ich möchte sie ermutigen, ihre tests in dem sinn, wie sie sie schildern, fortzuführen.

    was alles nicht geht, und was pmr begrenzt wurde in vielen erfahrungsberichten ausführlich dargelegt. was passiert, wenn wenig grenzen vorliegen, habe ich in meinem bericht geschildert. das war für mich persönlich eine sehr wichtige und bereichernde erfahrung. was mit pmr möglich ist, wenn kaum hindernisse die wellenausbreitung stören, ist eine bis heute eher unterbelichtete seite der sache. ganz genau das war der sinn meines beitrags.

  4. #4
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    Zitat Zitat von wiedema Beitrag anzeigen
    was mit pmr möglich ist, wenn kaum hindernisse die wellenausbreitung stören, ist eine bis heute eher unterbelichtete seite der sache. ganz genau das war der sinn meines beitrags.
    Nun das würde ich so nicht sagen, auch hierzu gibt es einige Erfahrungen und Berichte im Internet, ob das nun hier im Forum oder einem anderen war, weiß ich jetzt allerdings gerade nicht mehr und werde auch nicht mehr danach suchen, da MICH solche im Alltagsbetrieb unnützen Informationen nicht interessieren - und vermutlich auch eher nur einen Bruchteil der Anwender!


    Hm, mein Fahrzeug ist getuned - und die meisten geben dann damit an "meiner braucht von 0-100 soundsoviel" und "meiner schafft auf der Autobahn soundsoviel" - aber ich habe es bis heute noch nie ausgetestet was der auf der Autobahn wirklich bringt! Wieso nicht? Weil es "Blödsinn" ist und ich das im Alltag nie benötige! Was ich jedoch merke ist, dass er im Alltag z.B. beim Überholen besser beschleunigt! Ob das gleiche Modell bei einem anderen von 0-100 2 Zehntel und bei der Höchstgeschwindigkeit 5 km/h schneller ist, juckt mich überhaupt nicht! Ich habe MEINE Werte die ich in der Praxis nutze, und das ist mir wichtiger wie irgendwelche Werte die ich nicht benötige!
    Geändert von Prof.Dr.M (vor einer Woche um 08:55 Uhr)
    Tour & Kolonnenfahrer mit PMR Stabo FC-650 und baugleichen AEG Voxtel R320 / Brondi FX332 / Binatone Action 1100 (alle mit Kanal 9) und seit kurzem die Retevis RT45

  5. #5
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    Zitat Zitat von Prof.Dr.M Beitrag anzeigen
    Ich habe MEINE Werte die ich in der Praxis nutze, und das ist mir wichtiger wie irgendwelche Werte die ich nicht benötige!
    Es war schon immer eine Prämisse des Menschen etwas zu besitzen was man nicht braucht.
    Diese Gedanken bezeichnet man in der Logik einer Voraussetzung oder Annahme.
    Also es ist und kann,muss aber nicht......(sein).

    Testberichte findet man nun wirklich genug im Netz.
    Ob sie gut oder schlecht sind ist auch wieder eine andere Frage.

    Walter

  6. #6
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    Standard Erhöhte Standorte sind in Sachen Reichweite eine tolle Erfahrung!

    Hallo M., ich wollte Sie auf gar keinen Fall aus Ihren gewohnten Bahnen werfen. Machen Sie Ihr Ding und gut ist es. Ich las, sie nutzen das Stabo freecomm 650, welche Erfahrungen machen Sie? Gruss RD

  7. #7
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    Zitat Zitat von wiedema Beitrag anzeigen
    Hallo M., ich wollte Sie auf gar keinen Fall aus Ihren gewohnten Bahnen werfen.
    Der war gut...
    Etwas Spass zum Nikolaus ist immer gut

    Die Freecomm 650 sind voll ok für das Geld.
    Hatte ich schonmal getestet und hier was zu geschrieben.
    Bin nur im Moment zu faul zum Suchen....

    Walter
    Miniaturansichten angehängter Grafiken Miniaturansichten angehängter Grafiken Stabo Freecomm 650.jpg  

  8. #8
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    Zitat Zitat von Wasserbueffel Beitrag anzeigen
    Der war gut...
    Etwas Spass zum Nikolaus ist immer gut

    Walter



    Mach dir keine Sorgen um mich lieber wiedema – bevor mich etwas aus der Bahn wirft, ist vermutlich die halbe Welt schon untergegangen

    Was die Stabo FC650 und alle seine baugleichen Geräte angeht, bin ich bis jetzt sehr zufrieden! (1)
    Ich würde mal sagen in ihrem Preissegment gehören sie zu den sehr guten Geräten!
    Das Einzige was mich an ihnen „stört“ ist ihr kleines überfrachtetes Display – aber andererseits, wie oft benötigt man das im Betrieb? Ich stelle meine ganzen Geräte alle fest auf die gleichen Werte (Kanal, DCS … ) ein und aktiviere die Tastatursperre und schalte sie dann aus.
    Bei einer Tour verteile ich die Geräte, schalte sie ein und fertig – alles eingestellt und sofern keiner die Tastatursperre deaktiviert, kann auch keiner versehentlich etwas verstellen!

    (1) Vermutlich gibt es bessere Geräte wie z.B. Midland G9 mit langer Antenne oder Alinco & Co, aber die kamen damals bei der Anschaffung preislich nicht in Frage. Zum anderen fand ich den „Kanal 9“ ganz praktisch

    Vor kurzem hatte ich mir ja die Retevis RT45 gekauft und bei der letzten Tour „parallel“ mitgenommen und hatte das Gefühl die hatten in diesem Fall eine bessere Reichweite – andererseits beim Test zuhause im Dorf, war die Reichweite widerrum geringer wie die Stabo.

    Aber das ist eben auch schwierig, da es soviele verschiedene Beeinflussungen gibt – wie Walter schon mal schrieb, man hat es in der anderen Hand, auf der anderen Seite des Körpers, hält es etwas höher oder tiefer und schon sind die Sende / Empfangseigenschaften verändert.

    Bei unseren Touren hat es bisher jedenfalls zu 95% immer funktioniert (2), obwohl jeder die Geräte unterschiedlich handhabt.
    Ich habe sie bisher stets in einem Halter auf dem Armaturenbrett mit senkrechtstehender Antenne, ein anderer hat sie an der Sonnenblende oder an der A-Säule, ein anderer hält es in der linken Hand mit der Antenne nach unten ….

    (2) Da wo es nicht funktioniert hat waren wir einfach zu weit entfernt …

    Ich kann bisher nichts negatives über die Geräte äußern!

    Habe aber trotzdem mal vor irgendwann die Midland G9E PLUS oder das Midland G7E PRO MAG (evtl. mal das Cobra AM 1235) zwecks Reichweite zu testen.

    Im Gegensatz z.B. zu Walter mag ich eher Geräten mit Batterien / Akkus, denn die hab ich eh schon und brauch mir keine zusätzlichen „Spezial-Akkus“ für ein spezielles Gerät kaufen. Ebenso kann ich die im „normalen“ Ladegerät jederzeit nachladen und brauche auch hier kein spezielles Ladegerät dazu.
    Aber so sind die Geschmäcker / Ansprüche eben unterschiedlich.

    Für einen Tagesausflug reichen 4x800=2.400mAh, für einen 2-Tagesausflug 4x1.100=4.400mAh.
    1.100 sind bei AAA das Maximum.
    Ansonsten bei den Retevis passen 3 x AA mit jeweils 2.800 = 8.400mAh rein, was für ca. 4 Tage ausreicht.
    Bei den Midlands passen sogar 4 x AA (11.200mAh) rein!
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