• Hallo - ab sofort gibt es hier eine neue Forensoftware - und die Registrierung klappt auch wieder. Die Installation ist frisch - daher seht mir nach, wenn noch nicht alles funktioniert und vielleicht manches noch fehlt. Das wird noch :) Gruß Markus Admin

Was Recht ist muss Recht bleiben oder: Mitdenken, Freude schenken!

Die Waldfee

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Dieser Beitrag stellt keine Rechtsberatung dar!


Liebe Marconista,

leider gibt es hier und da noch Verwirrung über die Gesetzeslage bzgl. dem Betrieb von Funkgeräten.

Sogar hier im Forum wird gelegentlich noch etwas verwechselt.

Daher habe ich meinen freien, verregneten Sonntag dafür verwendet, eine kurze, einfache Übersicht zu schreiben.
Ohne Anspruch auf Vollständigkeit und ohne Übernahme irgendeiner Gewähr für die hier vorgelegten Informationen.

Wer verbindliche Detailaussagen benötigt, der wende sich bitte z.B. an die Bundesnetzagentur (BNetzA), den DARC oder seinen
Rechtsbeistand.

So, los geht’s, gefällige Korrekturen sind ausdrücklich erwünscht:

1.
Amateurfunkgeräte (AFU) darf jedermann besitzen und einschalten, um damit öffentliche Sendungen zu hören.
Senden hingegen darf damit nur ein Funkamateur mit entsprechendem Funkzeugnis (allgemein auch „Funklizenz“ genannt).
Der Besitz und das Einschalten eines Amateurfunkgerätes ist daher für jeden erlaubt!
Man sollte aber im Hinterkopf behalten, dass im „Ernstfall“ ein Staatsanwalt schon unterstellen wird, man habe auch mal
(und wenn nur versehentlich) die Sendetaste betätigt und damit mind. eine Ordnungswidrigkeit (OWi) begangen.

2.
Das Abhören von nichtöffentlichen Sendungen ist nicht erlaubt und stellt eine Straftat dar.
Es darf noch nicht einmal erwähnt werden, wenn man eine solche Sendung „zufällig“ empfangen hat.
Ein ganz beliebtes Beispiel ist der Polizeifunk.
Da allerdings mittlerweile wohl bundesweit der Polizeifunk mit verschlüsseltem TETRA funkt, ist ein zufälliges abhören ziemlich unmöglich.
TETRA als Sendeverfahren selbst kann zwar, z.B. mit einem SDR und passender Software, empfangen werden, allerdings ist der Polizeifunk
endpunktverschlüsselt, so das ein Empfang unverständlich bleiben würde.
Eine Entschlüsselung ist für den „Otto Normalverbraucher“ und auch für Amateurfunker nicht möglich.
Wer was anderes behauptet, ist falsch informiert.

3.
Die „Bürgerbänder / Jedermannsfunk“ wie Freenet und PMR446 dürfen von jedem benutzt werden, aber ausschließlich mit zugelassenen Geräten.
Solche Geräte sind herstellerseitig z.B. hinsichtlich Frequenz, Leistung und Modulation entsprechend der Vorschriften eingestellt.
Diese Geräte verfügen über eine, dem Gerät beiliegende, (EU-) Konformitätserklärung und sind, z.B. im Batteriefach, mit einem
Schriftzug / Aufkleber eindeutig gekennzeichnet (es gibt gegenteilige Behauptungen, denen ich aber hier widersprechen möchte) .
Werden zugelassene Geräte nachträglich manipuliert, verlieren diese ihre Zulassung und dürfen nicht mehr betrieben werden.

4.
Mit Geräten, die nicht explizit für Freenet/PMR446 zugelassenen sind, darf nicht in diesen Frequenzbereichen gefunkt werden.
Auch nicht, wenn diese Geräte (z.B. AFU-Gerät) entsprechend der Vorschriften eingestellt / gedrosselt wurden und auch nicht,
wenn ein Funkamateur mit Funkzeugnis das Gerät bedient. Merke: AFU Geräte sind auf PMR446 / Freenet immer tabu!



5.
CB-band (11m)
Nach meinem Kenntnisstand:
Auch auf dem CB-Band darf nur mit zugelassenen CB-geräten gefunkt werden.
Allerdings darf ein Funkamateur mit Funkzeugnis sein AFU - Gerät auf CB betreiben, wenn er hinsichtlich Leistung, Modulation usw.
die Vorgaben einhält.


Soweit zur Sachlage.

In der Praxis kann man beobachten:

Verstöße gegen die Vorschriften sind zum Großteil keine Straftaten mehr sondern Ordnungswidrigkeiten.
Aber auch diese können mit saftigen Geldstrafen und ggf. mit Beschlagnahmung des beanstandeten Geräts geahndet werden.

Das Regelwerk ist, nicht zuletzt aufgrund des EU – Molochs, immer komplexer geworden. Die Anzahl der angebotenen Geräte ist riesig.
Chinesische Produkte überfluten den Markt, die bei näherer Betrachtung keiner CE-Richtlinie standhalten (z.B. PLC = Power Line Communication).

Gleichzeitig wird der Amateurfunk immer weniger interessant, die Amateurfunker sterben langsam aber sicher aus, sie sind vom Internet und den
Mobiltelefonen verdrängt. Einnahmen der BNetzA aus entsprechenden Nutzungsgebühren werden immer geringer.

Den Behörden fällt es daher sichtbar schwer, Verstöße zu ahnden.
Etwas erlaubten von etwas nicht erlaubten zu unterscheiden, ist schwierig.
Zudem fehlt auch immer mehr ein kommerzielles Interesse. Erst wenn kommerzielle Dienste gestört werden, wie z.B. Störungen im Rundfunkempfang
oder eines Betriebsfunks, dann besteht wirkliches Interesse an einer Störungssuche und Störungsbeseitigung.

Obwohl daher (meine bescheidene Meinung) die Gefahr recht gering ist, z.B. mit einem 5 Watt AFU Gerät auf einer Freenet – Frequenz
„erwischt“ zu werden, wenn man nicht gerade Fahrschulen oder Betriebe stört, so möchte ich dennoch jedem nahelegen, sich
unbedingt an die Vorschriften zu halten.

Und wer weiß, wenn der "Staat", der ja immer mehr unser Geld benötigt, Verstöße irgendwann einmal dann doch als neue Einnahmequelle entdeckt,
ob dann nicht eine saftige Straferhöhung mit anschließender „Jagd“ auf „Schwarzfunker“ als lukrative Einnahmequelle realisiert wird?

Wer weiß?



Dann möchte ich noch etwas in Erinnerung bringen, was auch von erfahrenen Funkern gerne schon einmal vergessen wird.
In bei weitem nicht allen Ländern sind die Reglementierungen so strikt (und zum Teil auch so unsinnig) wie in Deutschland und weiten Teilen der EU.
In Usbekistan und Nepal (beides sehr beliebte Reiseziele für Hochgebirgsbergsteiger) oder in Schweden und Norwegen (meine Lieblingsländer für die
Elch – Fotosafari) ist deutlich mehr erlaubt bei der drahtlosen Kommunikation.
Nicht zuletzt, weil eine Handynetzabdeckung in manchen Regionen dort nicht vorhanden ist.
Wenn ich also meine nächste 8000er Besteigung oder Elchjagd (mit dem Fotoapparat, nicht mit der Büchse) plane und dabei Infos zur Optimierung meiner Funkgeräte benötige, so nutze ich diese Informationen, um die anstehende Tour für mich und meine Reisebegleiter ein Stück sicherer zu machen, aber nicht um damit evt. Ordnungswidrigkeiten in Deutschland zu begehen oder diese gutzuheißen.


In diesem Sinne, haltet aus im Sturmgebraus!

Eure famose
Fee.
 
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